Die Künstlerin über das Projekt

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Video
Drei Jahrhunderte Tanz und Virtuosität: vom Barock zum Groove!
"Bach to groove" nimmt uns mit auf eine spannende Reise durch verschiedene musikalische Stile, in der sich das Cello immer wieder neu präsentiert, mal intim, mal virtuos, leidenschaftlich, kühn oder berauschend. Am Beispiel von drei Werken, die jeweils von einer ganz andersartigen choreografischen Welt inspiriert sind, stellt dieses Programm auch drei Möglichkeiten gesellschaftlichen Zusammenlebens vor, worin sich verschiedene Generationen und soziale Schichten zusammenfinden. Es führt vor, wie Musik seit Jahrhunderten menschliche Beziehungen begleitet, reflektiert und beeinflusst.
Mit der Bach'schen Suite Nr. 2 für Cello solo tauchen wir ein in die verfeinerte Welt der Belle Danse, jener höfischen Kunstform des 18. Jahrhunderts, in der jede Bewegung genau festgelegten Regeln folgt. In güldenen Spiegelsälen wird der Tanz zu einer Sprache der Distinktion und Schicklichkeit. Allemande, Courante, Sarabande, Menuette und Gigue entfalten eine zeitlose Eleganz und küren das Cello zur unangefochtenen Königin der Bewegung.
Es folgt eine Suite von Gaspar Cassadó, ebenfalls für Cello solo. Sie entführt uns in die Welt des Volkstanzes und lässt spanische Gassen in unserer Vorstellung lebendig werden. Tänze, mal romantisch und schmachtend, mal temperamentvoll und feurig, reihen sich aneinander. Der katalanische Geist mit
seiner Leidenschaft und Sinnlichkeit lässt den Bogen gleichsam entflammen. Der Tanz schert sich um kein Protokoll und wird zu einem ausgelassenen Fest des Miteinanders, der Spontanität und Geselligkeit: Alle, die daran teilnehmen, werden eins im gemeinschaftlichen Schwung.
Die kurze Reise endet mit Popsuite, einem Stück des französischen Komponisten Fabrice Bollon mit zeitgenössischem Flair, urbanen Rhythmen und unwiderstehlichem Groove: Das Cello öffnet die Grenzen der Klassik und lässt in seiner überschwänglichen Energie den Boden beben. Mit Anklängen an Jazzrock, Reggae oder Hardrock führt der Komponist durch eine Abfolge von Zugaben unterschiedlicher Stilrichtungen, die das traditionelle Bild des Instruments auf den Kopf stellen. Diese Musik spiegelt auch unsere Zeit: Generationen, die ihre eigenen Begegnungsräume schaffen, in denen sich Stile kreuzen, vermischen und neue Formen des Zusammenlebens erfinden.
"Estelle Revaz ist eine aufrichtige und tiefgründige Musikerin mit einer großen musikalischen Neugier." Gautier Capuçon
Neugierig: Stets auf der Suche nach originellen Programmen, interessiert sie sich ebenso für die großen Werke des Repertoires wie für zeitgenössische Kompositionen, was ihre regelmäßigen Kooperationen mit Komponisten unserer Zeit zeigen.
Reflektiert: Ihre von der internationalen Presse hochgelobte Diskografie zeugt von einer durchdachten Programmgestaltung: Sie stellt Tradition und Moderne gegenüber (Bach & Friends), setzt sich für die Musik ihres Heimatlandes Schweiz ein (Cantique, Journey to Geneva) oder verknüpft Komponisten miteinander (Fugato, Inspiration populaire).
Lebendig: Mitreißend und charismatisch begeistert sie Publikum und Medien gleichermaßen, unter anderem bei Auftritten und Interviews auf Radio France, Deutschlandfunk, WDR3, SWR sowie bei Radio Télévision Suisse, RTBF und TV5 Monde.
Leidenschaftlich: Sie tritt regelmäßig in zahlreichen Ländern Europas, Asiens und Südamerikas auf und ist zu renommierten Festivals eingeladen, darunter das Gstaad Menuhin Festival, das Verbier Festival, Septembre Musical, das Festival International de Colmar und das Festival Pablo Casals. Zu ihren Kammermusikpartnern zählen Renaud und Gautier Capuçon, Shani Diluka, François-Frédéric Guy, Hannes Minnaar, Cédric Pescia, Andrey Baranov, Alexandra Conunova, Lena Neudauer, Diemut Poppen, Pierre Génisson, Ralph Manno und das Quatuor Sine Nomine.
Authentisch: Dies zeigt sich auch in ihrem autobiografischen Buch La Saltimbanque (Slatkine Verlag), in dem sie mit großer Sensibilität sowohl den Glanz der Bühne als auch die Schattenseiten des Musikerlebens schildert, das sie seit ihrer Kindheit prägt.
Engagiert: Während der Pandemie setzte sie sich unermüdlich dafür ein, die essentielle Rolle der Kultur aufzuzeigen und die Anliegen der Kulturschaffenden in die Politik zu tragen. Ihr Engagement setzt sie heute in offizieller Funktion im Schweizer Nationalrat fort.
Nach ihren Anfängen in der Schweiz studierte sie in Frankreich am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris (bei Xavier Gagnepain und Jérôme Pernoo) sowie in Deutschland an der Hochschule für Musik und Tanz Köln (bei Maria Kliegel).
Estelle Revaz spielt ein Cello von G. Grancino (1679) und einen Bogen von J. Eury (1825), die ihr großzügig von einer Schweizer Stiftung zur Verfügung gestellt werden.