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PäDAGOGIK

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Liebe Studentinnen und Studenten,

Wie Sie vielleicht bemerkt haben, hat sich die musikalische Welt in den letzten Jahren enorm verändert. Um heute in der Berufswelt seinen Platz als Cellist zu finden, braucht man eine solide Technik, eine starke künstlerische Identität und körperliche und geistige Belastbarkeit, aber auch immense Kreativität, unerschöpfliche Neugierde, außergewöhnliche Offenheit, ein großes Durchhaltevermögen und eine enorme Anpassungs- und Kommunikationsfähigkeit. Ich weiß, wovon ich rede – es ist nicht jeden Tag leicht!!! Die klare Laufbahn des Solisten, der einen internationalen Wettbewerb gewinnt und im Anschluss daran seinen vorgezeichneten Weg macht, oder der entspannte Werdegang des Orchestermusikers, der nach dem Studienabschluss eine angesehene Position erhält, sind lediglich Ausnahmen. Mein Ziel als Dozentin ist es daher nicht einfach, Solisten, Kammermusiker oder Orchestermusiker auszubilden, sondern Ihnen die notwendigen Werkzeuge an die Hand zu geben, um Ihren Traum zu verwirklichen: ein professioneller Musiker im weitesten Sinne des Wortes zu werden. Meine Absicht wird niemals sein, Sie zu entmutigen oder Ihre Flügel mit dem Deckmäntelchen des Realismus zu beschneiden... ganz im Gegenteil. Mein Ziel ist es, Ihnen alle Werkzeuge an die Hand zu geben, die Sie benötigen, um Ihr professionelles Projekt entsprechend Ihren Stärken zu definieren, anzupassen und zu realisieren. Zu wissen, wie man seine Stärken einsetzt, ist für mich der Schlüssel zum beruflichen und künstlerischen Erfolg, auch wenn es natürlich unerlässlich ist, an seinen Schwächen zu arbeiten, damit sie so weit wie möglich in Qualitäten umgewandelt werden können; aber niemand ist perfekt und das ist sehr gut so!
  Um Ihnen effektiv zu helfen, habe ich mich sehr für pädagogische und didaktische Methoden interessiert, die die Entwicklung der künstlerischen Identität fördern. Für mich ist die Technik natürlich unerlässlich, aber sie muss nach Ihren künstlerischen Vorstellungen entwickelt werden und im Dienste der Musik bleiben. Ich befasste mich auch mit den Vorgehensweisen, die die Entwicklung einer technischen und musikalischen Autonomie ermöglichen. Denn je eher Sie alleine fliegen können, desto eher werden Sie frei sein, was bedeutet, Ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, was mir im Einklang mit meiner ersten Priorität zu stehen scheint: der Entwicklung Ihrer künstlerischen Identität.
In meinem Unterricht achte ich auch besonders auf Methoden, die es ermöglichen, die persönliche Arbeit zu optimieren. Das Verständnis der Selbsteinschätzung ist zum Beispiel ein wertvolles Werkzeug, das es ermöglicht, die tägliche Arbeit zu verbessern, aber auch die Erfolge und Misserfolge, die das Leben eines jeden Musikers prägen, gelassener zu bewältigen.
Des Weiteren interessiere ich mich sehr für Methoden, die Ihre Leistung optimieren können (Yoga, Alexander-Technik, Mentales Training, Sophrologie etc.). Jeder muss in der Lage sein, in jeder Situation das Beste aus sich herauszuholen, insbesondere dank einer soliden Technik, starker künstlerischer Entscheidungen und einer entsprechenden Geisteshaltung.
Lassen Sie mich mit einem Zitat aus Nietzsches Werk „Also sprach Zarathustra“ schließen, das später von Richard Strauss vertont wurde: „Der Gang eines Menschen deutet darauf hin, ob er bereits seinen eigenen Weg geht. Aber wer seinem Ziel näher kommt - der tanzt.“

Ich wünsche Ihnen allen zu tanzen, mit Ihrem Cello frei zu tanzen.

Estelle Revaz

Nachstehend einige Informationen über meine Laufbahn:

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AUSBILDUNG

2017: Master Instrumentalpädagogik
Hochschule für Musik Lausanne (CH)

2015: Master Neue Musik
Hochschule für Musik und Tanz Köln (DE)
Prof. Maria Kliegel/Prof. David Smeyers


2013: Master Violoncello Solo
Hochschule für Musik und Tanz Köln (DE)
Prof. Maria Kliegel


2010: Bachelor (DNSPM)
Conservatoire Supérieur de Musique et de Danse Paris (FR)
Prof. Jérôme Pernoo


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LEHRTÄTIGKEIT

Seit 2017: Dozentin für Violoncello und Kammermusik
Kalaidos Musikhochschule Zürich (CH)

2015-2017: Assistentin in der Klasse von Prof. Susan Rybicki-Varga
Hochschule für Musik Lausanne, HEMU, (CH)

Seit 2010: Privatunterricht in Köln, Lausanne und Paris.

Meisterkurse in Kooperation mit verschiedenen Universitäten, Musikhochschulen, Institutionen und Organisationen wie:
Austrian Master Classes (Zell an der Pram, Österreich)
Universidad Nacional de las Artes (Buenos Aires, Argentinien)
Conservatorio Nacional Superior de Música (Buenos Aires, Argentinien)
Fundación Beethoven (Buenos Aires, Argentinien)
Orquesta Juvenile Sodre (Montevideo, Uruguay) Escuela Departemental de Maldonado (Punta del Este, Uruguay)
Central Conservatory of Music (Beijing, China)
China Conservatory of Music (Beijing, China)
University of the Free State (Bloemfontein, Südafrika)
Orquesta Sinfonica Nacional del Paraguya (Asuncion, Paraguay)
Universidad Nacional de Asuncion (Asuncion, Paraguay)


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SONSTIGE KÜNSTLERISCH-PÄDAGOGISCHE QUALIFIKATIONEN

- Erfahrungen mit Barockcello und Violoncello piccolo
- Erfahrungen mit Barocktanz in Verbindung mit den Bach-Suiten
- Erfahrungen mit Uraufführungen und neuer Musik
- Erfahrungen mit Feldenkrais, Yoga, Alexander Technik, TaKeTiNa, Mentales Training, Sophrologie
- Erfahrungen mit Improvisation als pädagogische Ressource
- Erfahrungen mit moderierten Konzerten, interdisziplinären Vorhaben, Multimedia Projekten
- Erfahrungen in der Planung, Finanzierung, Organisation und Realisierung von pädagogischen Projekten einschließlich Kooperationen mit ausländischen Universitäten und Institutionen
- Erfahrungen in der Planung, Finanzierung, Organisation und Realisierung von künstlerischen Projekten einschließlich Beziehungen zu Sponsoren und Medien
- Erfahrungen in der künstlerischen Leitung einer Musikveranstaltung (Rencontres Musicales de Champéry).