Die Künstlerin über das Projekt

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Das Streichtrio ist ebenso anspruchsvoll wie fein. Weniger verbreitet als das Quartett, bietet es ein seltenes Gleichgewicht: drei Stimmen, drei Persönlichkeiten, ein offener Dialog ohne Schnörkel. Ein ideales Spielfeld für Musik, die denkt, atmet und berührt.
Alles beginnt mit Bachs dreistimmigen Inventionen. Ursprünglich für Tasteninstrument geschrieben, sind diese Miniaturen wahre Laboratorien des Komponierens: jede Stimme, jeder Einsatz zählt. Mozart studierte sie mit Leidenschaft und sagte: "Wer Bach nicht lieben kann, kann auch die Musik nicht lieben." Mozart steht im Zentrum dieses Programms mit seinem Divertimento K.563, ein Höhepunkt des Streichtrio-Repertoires: sechs Sätze voll atemberaubender Freiheit, mit Eleganz, Witz und Tiefe. Kein bloßes Divertimento, sondern eine Liebeserklärung an das Leben und die Musik. Schubert rundet die Reise mit seinem Trio D.471 ab. In nur einem Satz klingt bereits sein unverwechselbarer lyrischer Ton, seine Zartheit, seine leise Melancholie. Er schaut zu Mozart, aber geht seinen eigenen Weg.
Drei Komponisten, drei Epochen, drei Stimmen. Ein einziges Gespräch.
Der Geiger Renato Wiedemann, der Bratschist Markus Fleck und die Cellistin Estelle Revaz haben den Wunsch, die kulturellen und sprachlichen Regionen der Schweiz musikalisch zu verbinden. Für 2025 ist eine landesweite Tournee mit diesem publikumsnahen Programm geplant.
Estelle Revaz ist eine engagierte Cellistin aus der Romandie mit einer langjährigen internationalen Karriere. Von Gautier Capuçon als "aufrichtige und tiefgründige Musikerin" beschrieben, tritt sie regelmäßig in renommierten Sälen auf, darunter das Victoria Hall in Genf, der Louvre in Paris, das NCPA in Peking, das Oriental Art Center in Shanghai oder die Philharmonie in Buenos Aires.
Markus Fleck ist ein in Zürich ausgebildeter Schweizer Bratschist. Er ist Mitbegründer des renommierten casalQUARTETTs, das weltweit auftritt, unter anderem mit namhaften Partnern wie Martha Argerich, Clemens Hagen oder Natalia Gutman.
Renato Wiedemann ist ein in Basel geborener Geiger, der in Luzern studierte. Als Solist und Kammermusiker ist er sehr aktiv, künstlerischer Leiter des Festivals art classics basel und unterrichtet seit Kurzem an der renommierten Musik-Akademie Basel.